Eines habe ich bei dieser Wanderung gelernt. Wer mit Freunden wandern geht, sollte sich neben dem Gespräch auch auf den Weg konzentrieren. Wir haben nur einen kleinen Pfeil übersehen und sind eine halbe Stunde Richtung Pragelpass gelaufen, statt zum Alpeli unserem eigentlichen Ziel.

Aufstieg 1280m, Abstieg 830m – ca. 5.5 Std.

Richisau – Alpeli

Beginnen wir von Vorne. Die Wanderung beginnt in Richisau, am Ende des Klöntalersees. Der Bus Fährt bis zum Restaurant, wo ihr euch vor der Tour stärken könnt.

Klöntalersee

Am Anfang der Wanderung läuft man von Richisau einer Teerstrasse entlang. Diese wird ebenfalls von vielen Velofahreren benutzt, die den den Pragelpass passieren möchten. Nach einer Weile kommt eine Brücke. Danach solltet ihr unbedingt die Wanderzeichen zum Alpeli beachten;) Sobald ihr auf der rechten Seite des Flusses läuft, seid ihr falsch. Wo es genau rauf geht, kann ich nicht sagen, da wir den Fluss irgendwo bei einer schmalen Stelle überquert haben und über den Forstweg den Wanderweg wieder gefunden haben. Bis zum ersten Zwischenziel, dem Alpeli, geht es steil bergauf durch Blumenwiesen und Wälder. Den Aufstieg spürt man etwas in den Beinen, aber der Rundblick von da oben auf den Klöntalersee und die umliegenden Berge lässt die Strapazen schnell vergessen.

Das erste Zwischenziel heisst nicht umsonst Alpeli, denn tatsächlich befindet sich da eine idyllische Alphütte mit Kühen und Hunden. Sobald die Alphütte hinter dem Hügel in unsere Sicht kam, begrüsste uns auch schon der neugierige Appenzeller-Hund. Der Hund soll euch jedoch nicht von dieser Wanderung abhalten, denn er ist völlig harmlos und der grauhaarige, braungebrannte Älpler, der wohl noch nie in seinem Leben einen Tropfen Sonnencreme benutzt hat, pfeifft ihn gleich wieder zurück. Kaum hat er uns gesehen, winkt er uns zu seiner etwas in die Jahre gekommenen Alphütte. Sei es, weil wir drei junge Frauen waren oder, weil wir ihn so nett angelächelt haben, er hat uns gleich auf einen Schluck Molke in die Hütte eingeladen. Er sei gerade am Käsen und wir könnten von der süssen Molke probieren. Neugierig wie wir sind, haben wir natürlich nicht abgelehnt und sind in die dunkle Alpküche/-käserei eingetreten.

Ihr glaubt es mir nicht, aber er kocht mit Holz da drin! Dementsprechend sieht die Küche/Käserei auch aus. Rauchig, dunkel und rustikal. Spinnennetze und Glocken teilen sich die modrigen Balken an der Decke. Der ganze Raum ist voll mit Gegenständen aus früheren Zeiten und in einer Ecke steht der grosse Behälter, in dem die Milch zum Käse gerührt wird. So einfach seine Hütte auch ist, die Aussicht, die er jeden Tag geniesst von da ist unbezahlbar.

köntalersee von oben1

Der Älpler nahm ein Becher, tunkte ihn in die Molke und gab ihn in unsere Runde. „Es ist manchmal etwas einsam auf der Alp und ich freue mich über Wanderer, mit denen ich reden kann“, meinte der alte Mann, als wir seine Molke probierten. Die Molke war übrigens gar nicht so schlecht. Er führte uns in die Kunst der Herstellung eines guten Alpkäses ein und machte sogar noch Fotos von uns bevor wir uns wieder verabschiedeten von ihm und seiner einfachen Hütte.

Als wir danach die Alpwiesen hinter seiner Hütte überquerten, habe ich an die diesjährige WM gedacht. Der Älpler hat wahrscheinlich kein einziges Spiel gesehen und er bedauerte mich ein wenig. Auf der anderen Seite kam man bei uns am Fussball kaum vorbei. Public Viewings an jeder Ecke, Shaqiri grinste uns von jeder Bushaltestellte an und die verschiedenen Länderfahnen winkten uns im Wind von den Häusern zu. Der hat ja echt den Frieden von da oben.

Telefon

Alpeli – Silberenalp

Unser nächstes Ziel war die vordere Silberenalp. Das Wegstück vom Alpeli dahin ist nicht so streng, dafür ist die Umgebung umso eindrücklicher. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Der Alpweg führt durch eine hügelige Landschaft mit moosähnlichen Wiesen und kleinen Sträuchern.

Zur Silberen geht es danach wieder einige Höhenmeter bergauf. Über Felsen die in der Sonne silbern glitzern gelangten wir zum höchten Punkt auf 2319 m. Da wir die Wandertour im Juni machten, waren bei uns noch ein paar Schneefelder übrig. Diese konnten wir jedoch leicht überqueren. Die Rundsicht von der Silberen ist genial. Vom Zürichsee bis zum Vierwaldstättersee hat man eine wunderschöne Sicht über das östliche Mittelland, während am Himmel die Adler kreisen.

Aussicht top

Danach sind wir über Butzen zum Pragelpass gelaufen. Leider gibt es vom Pragelpass keinen Busbetrieb mehr. Da wir bereits 5,5 Stunden unterwegs waren, fragten wir andere Wanderer, ob sie uns nach Schwyz mitnehmen würden und wir hatten Glück.

Fazit

  • Mit über 1000 Höhenmetern benötigt die Wanderung etwas Kraft und Ausdauer.
  • Wenige andere Wanderer auf der Route
  • Da es eine Rundwanderung ist, muss man nicht zwei Mal den gleichen Weg machen
  • Wunderschöne Aussicht über den Klöntalersee, die Glarner Alpen und das östliche Mittelland
  • Leider gibt es keine Busverbindung von oder nach Pragelpass

Wanderkarte Silberen

This article has 2 comments

  1. Corina Reply

    Hallo Julia, ich finde das Telefon mitten im Fels grossartig! 🙂 weisst du noch, wo das ungefähr hängt? LG, Corina

    • Berglein Reply

      Hallo Corina,
      Klar weiss ich noch wo das Telefon war. Wir fanden es direkt am Weg nachdem wir die erste Alphütte passiert hatten. Auf der Karte ist es mit „Richlis“benannt.
      Ich hoffe, ich konnte weiter helfen und würde mich über eine Erwähnung freuen 😉
      lg
      Julia

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